Vorsicht, Kommunikations-Sackgassen!

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Ratschläge schwächen und blockieren die Verbindung ·

Am Karfreitag lernt Sophie noch ein bisschen für ihre Abiturprüfung. Nach dem Abitur, erzählt sie, wird sie sich bei der Polizei bewerben. Mein Kopf liefert sofort: Bilder von Großeinsätzen, Übergriffe auf Polizeibeamte, fragwürdige Einsätze, Berichte über schlechte Bezahlung …. Ich überspringe mal schnell Selbstempathie und Empathie (… seufz …) und konfrontiere die junge Frau mit der Frage: „Hast Du Dir das auch gut überlegt?“ Mit ihrem „Ja“ ist das Gespräch in einer Sackgasse gelandet.

Bitten laden ein und schaffen Vertrauen

Und was ist mit Verbindung, mit Augenhöhe, mit Akzeptanz und meinem Wunsch beizutragen? Jetzt bedaure ich, dass ich mein „Kopfkino“ nicht still wahrgenommen und einfach gesagt habe: „Ich bin ganz überrascht und sehr neugierig. Was reizt Dich daran, zur Polizei zu gehen?“ Das hätte der Auftakt zu einem guten Gespräch sein können.

Manipulation löst Irritation aus

Am Ostersonntag spricht die Familie über einen gemeinsamen Urlaub, der demnächst ansteht. Alle wollen auf einen Campingplatz an der französischen Küste und malen sich die gemeinsame Zeit in den schönsten Farben aus. Die sagt die Schwiegermutter Monika zu Onkel Heinz: „Wollen wir nicht lieber an den Bodensee fahren? Das wäre auch für dich mit deinen Herzproblemen besser. Schon allein wegen der medizinischen Versorgung im Notfall.“ Upps! Heinz ist irritiert, die Stimmung kippt.

Authentischer Selbstausdruck lädt Unterstützung ein

Wie schön wäre es gewesen, wenn Schwiegermutter Monika authentisch von sich berichtet hätte. Dann hätten die anderen Familienmitglieder erfahren, dass Urlaubspläne in einem Land, in dem sie die Sprache nicht versteht, Unsicherheit und Angst in ihr auslösen. Da sie aufgrund ihrer eigenen Konstitution nicht alle Ausflüge mitmachen kann, malt sie sich in ihrem Kopf schon aus, hilflos und allein auf dem Campingplatz „herumzuhängen“. Hätte sie das ehrlich mitgeteilt, hätte die Familie gemeinsam nach einer Lösung suchen können, die allen gerecht wird.

Bewertungen zensieren unsere Lebendigkeit

Nach dem ersten Saunagang am Ostermontag tauche ich mit meiner Tochter in die Fluten des Außenbeckens ein, um zu relaxen. Da erscheint Murat am Beckenrand und stellt genau dort einen großen, tragbaren Lautsprecher ab. Auf Knopfdruck ertönt Musik, die wir nun wirklich nicht überhören können. Wasser-Zumba!!! Meine Tochter zu mir: „Super, das ist ja wie Animation auf Malle.“ In meinem Kopf geht Ähnliches vor.

Ohne Bewertungen können wir uns auf Neues einlassen

Wir sind schon fast raus aus dem Wasser, da fängt uns Murat charmant ein. Wir bleiben. Und er macht seinen Job richtig gut. Die kleine Herde im Wasser wird dank seiner Choreographie schnell zu einer Gruppe. Die Bewegung tut gut und macht Spaß. Wir kommen aus dem Lachen nicht mehr heraus. Es fühlt sich herrlich lebendig an. Ich feiere, dass ich immer öfter nicht glaube, was ich denke. Wo ich dem Kopf folge, tue ich, was ich schon immer tat. Meine Bedürfnisse ebnen mir den Weg zu frischen Erfahrungen.

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